Unser Wort des Monats im November 2011 lautet:
gelöscht
Infinitiv II des Verbes „löschen“.
Gefunden bereits bei der diesjährigen Novemberplanung; erneut damit konfrontiert den gesamten Monat über.
Löschen bzw. gelöscht werden kann (man) vieles. Manchmal ist es schön oder hilfreich, wenn etwas gelöscht wird; manchmal ist es unumgänglich; manchmal schade.
Im Gegensatz zu „löschen“ ist „gelöscht werden“ ein passiver Vorgang. Trotzdem geht dem gelöscht werden oft eine aktive Tat voran, die den Löschenden zum löschen bewegt. Ob das gelöscht werden immer gerechtfertig oder nötig ist, muss jeder Löschende selbst für sich entscheiden.
So können z.B. Profile bei Singlebörsen gelöscht werden, die sowieso schon zwei Jahre brach liegen. In diesem Fall hat das relativ lange „Nicht-löschen“ jedoch einen größeren Symbolgehalt, wenn dann doch endlich gelöscht wird.
Kontaktdaten und Fotos sowie Musikdateien können von einem Handy gelöscht werden, wenn es kaputt geht. Was an sich nicht weiter dramatisch ist, wenn man regelmäßige Datensicherungen vornimmt. (Ja, wenn…)
Informationen werden aus dem Gehirn gelöscht – bei manch einem schneller, bei manch einem langsamer.
Manchmal werden auch Freundschaften bei Facebook gelöscht – und manchmal ein paar Tage später wieder aufgenommen.
Gelöscht werden ist an sich weder gut noch schlecht. Doch so ziemlich immer bringt es Konsequenzen mit sich. Es sei denn, man hat gelöscht, was gelöscht wurde…