Das Wort des Monats Februar
avatar

Unser Wort des Monats im Februar 2015 lautet:

Tunnelblick

der, Substantiv. Plural: Tunnelblicke.

Übermäßiges Vorkommen im Nimmerland.

Tunnelblicke treten typischerweise in Tunneln auf. Doch Tunnel sind tückisch und häufig gut getarnt. Nicht selten sind die Eingänge nicht nur gut beleuchtet, sondern auch noch bunt und äußerst hübsch von innen bemalt.

So kommt es, dass immer wieder Personen unversehens in Tunnel geraten, dies jedoch zunächst nicht einmal realisieren.

Verschwinden in diesen Tunneln nach und nach die Bilder von blauen Himmeln und Wölkchen und wird auch die Beleuchtung immer weiter abgeschwächt, kommt es schleichend zum Tunnelblick: Die Augen richten sich ausschließlich auf eine tatsächliche Lichtquelle oder auch nur auf ein in der Ferne schwebendes Irrlicht.

Diese Fixierung erleichtert es zunächst vermeintlich, das Ende des Tunnels zu erreichen. Statt sich in der unwirtlichen Umgebung groß ablenken zu lassen, folgen Blick und Schritte dem Licht am Ende des Tunnels.

Es kommt jedoch immer wieder zu Fällen, in denen Menschen auch nach dem Durchqueren des Tunnels oder an eventuellen Abzweigungen und Kreuzungen des Tunnels den Tunnelblick nicht ablegen.

Dieses Phänomen zeigt sich beispielsweise, wenn Personen sich bei der spontanen Reflexion eines vergangenen Monats durchaus an viel Arbeit, nicht aber an Feuerwerke erinnern.
Anstrengende und frustrierende Sitzungen, abgeschaltete Freifunk-Router, Grundsatzdiskussionen, abgebrochene Zähne, müdes Schweigen bleiben diesen Menschen präsent, während Partys, die eigentlich offizielle Anlässe waren, das Wiedersehen von Menschen, die Monate oder gar Jahre nicht getroffen wurden, romantische Abende, große Wellen an Hilfsbereitschaft nicht den Weg in das Langzeitgedächtnis finden.

So kann es geschehen, dass sich zwei Menschen irgendwo auf ihrem schnurgeraden, dem Tunnelblick folgenden Weg in einem griechischen Restaurant treffen, dieses aber zwei Wochen später schon wieder vergessen haben, weil ihr Blick weiterhin zu jedem Augenblick stur auf das vermeintliche Ende des Tunnels gerichtet war.

Dabei wusste Beppo Straßenkehrer doch schon, dass der Weg am kürzesten ist, wenn man immer nur an den nächsten Strich denkt…

Tunnelblicke. Smaak ich nicht. Wirklich nicht.

 

Posted in Wort des Monats |

Das Wort des Monats Januar 2015
avatar

Unser Wort des Monats im Januar 2015 lautet:

Neustart

der, Substantiv. Kein Plural: Hilft der Singular nicht, würde auch ein Plural nichts mehr bringen.

Gängige Praxis im Januar. Daher auch in diesem Jahr vielfach im Nimmerland und den unliegenden Ländereien gesichtet worden. Speziell im #Neuland ganzjährig üblich.

Speziell am Rechner ist ein Neustart gar nicht selten notwendig. Es ist gängige Praxis, sowohl einzelne Programme als auch Rechner gar nicht erst herunter zufahren, um sie dann später schneller wieder nutzen zu können, als es nach einem Neustart der Fall wäre.

Doch tatsächlich ist das Gegenteil der Fall:
Der Rechner verhält sich hier nicht großartig anders als der Mensch selbst – hat er ständig eine unüberschaubare Anzahl Projekte und Vorhaben vor Augen, verzettelt er sich und sorgt auf diesem Wege selbst für ein Ausbremsen.

In solchen Fällen ist es üblich, den aktuellen Stand der Vorhaben zu speichern, das System einmal herunterzufahren und einen Neustart zu machen. Startet man nun gezielt die nötigen Programme erneut, läuft das System sehr viel schneller als zuvor. Dies trifft auch auf Browser zu, in denen bereits so viele Tabs geöffnet sind, dass es unmöglich ist, den gesuchten zu finden (erneutes Googlen führt in solchen Fällen zwar zu einem schnelleren Ergebnis, jedoch auch zu einem weiteren geöffneten Tab!), bis schließlich die Anwendung selbst einfriert.

Findet in solchen Fällen kein gezieltes Herunterfahren statt, weil dieses nach wie vor zu aufwändig erscheint, wird nicht selten ein kalter Neustart nötig. Irgendwann läuft alles so langsam, dass es nur noch möglich ist, den Ausschalter zu betätigen und beim darauf folgenden Neustart darauf zu hoffen, dass das System auch tatsächlich noch startet.

Nicht selten gehen in solchen Fällen jedoch vorherige Zwischenergebnisse verloren. Geht außerdem auch die Information über diesen Verlust verloren, kann dies doppelt dramatisch sein. Es steht nämlich immer zu befürchten, dass irgendwann irgendwo jemand ein Endergebnis erwartet.

Im Januar wurden jedoch auch neue Projekte gestartet, neue Ziele ausgelotet, neue Seiten gestaltet, neue Aufgaben übernommen, der Wechsel zu neuen Geräten und neuen Systemen in Angriff genommen, neue Teams gebildet, neue Aktionen geplant.

Neustart. Smaak ich nicht immer. Hilft aber oft.

Posted in Wort des Monats |

Das Wort des Jahres 2014
avatar

Unser Wort des Jahres 2014 lautet:

Liebe

die, Substantiv. Ein viel zu großes Wort, als dass es auch noch einen Plural geben dürfte.

Gefunden.

Bisher weder verlegt noch verloren. Und ziemlich stur daran festgehalten.

2014 war ein langes Jahr, in dem viel passiert ist und vor allem ständig etwas passiert ist.

Oft blieb da in vieler Hinsicht zu wenig Zeit für die Liebe.

Viel zu oft blieb wenig Zeit für jene, die wir lieben, während wir Termine koordiniert und wahrgenommen haben.

Ständig haben wir mit Menschen gesprochen, ohne dass wirklich etwas gesagt wurde.
Wir wussten zu beklagen, was Menschen nicht tun, ohne ihre privaten Verluste zu bemerken. Wir schüttelten den Kopf darüber, dass Menschen sich vermeintlich in Themen verrannt hätten, ohne zu realisieren, dass sie sich längst von uns verlassen fühlten.

Und viel zu oft war nicht die Liebe in unseren Herzen, sondern die Wut im Bauch unser Begleiter.

Wir haben neue Dimensionen der Bigotterie mitansehen müssen, neue Dimensionen der Ohnmacht erleben müssen, neue und tiefere Abgründe in uns und in anderen entdecken müssen.

Es scheint, als hätten wir unsere Ziele in diesem Jahr erreicht. Doch nicht selten haben wir dafür einen hohen Preis zahlen müssen. Und nicht selten sind Momente, die voller Freude und Euphorie hätten sein können, einfach zerschlagen worden.

Wir haben Opfer gebracht, unsere Schmerz- und Belastungsgrenzen neu ausgelotet und manchmal sturen Schrittes ignoriert.

Wir haben uns vor, gegen und auch hinter Menschen gestellt. Wir haben Freunde verloren – und manche auch zurückgewonnen oder neu hinzugewonnen.

Wir haben beobachtet und miterlebt, was in dieser meiner Stadt, in unserem Land, in unserer Welt vorgeht und nicht selten den Gedanken „Wenn das unsere Welt ist, warum sollten wir sie dann überhaupt retten wollen?“ bewusst verdrängen müssen.

Wir haben Projekte, die uns am Herzen lagen und für die wir Feuer und Flamme waren, aufgegeben, um mehr Ressourcen für andere Kämpfe zu haben.

Denn ehrlich gesagt – zumindest mich hat das vergangene Jahr verdammt viel Kraft gekostet. Oft auch mehr, als ich für verfügbar gehalten habe…

Doch selbst der geneigteste Leser wird sich nun wohl so langsam fragen, was all das bitte mit Liebe zu tun hat.

Die Antwort darauf ist eigentlich ziemlich einfach: Alles.

Weil Liebe der ursprüngliche Antrieb war, zu tun, was wir tun. Weil jeder Mensch liebenswert ist (oder es zumindest einmal war). Weil wir jenen, die wir lieben, diese Welt nicht zumuten möchten, sondern uns eine andere, schönere, bessere Welt für sie wünschen, in der sie leben können, und bereit sind, unseren Teil zu dieser Welt aktiv beizutragen.

Wir haben im letzten Jahr viele Menschen getroffen, denen wir keine oder kaum Liebe entgegen bringen konnten. Doch wir haben im letzten Jahr noch viel mehr Menschen getroffen, die ganz kleine und unscheinbare Helden waren, die gegen Windmühlen kämpfen und sich auch durch Diskriminierung und ständigem Gegenwind nicht davon abhalten lassen, für ihre Ziele und Utopien einzutreten. Die sich von ihren Ängsten nicht bremsen lassen.

Weil es die Liebe war, die uns im Zweifelsfall doch aufgefangen und umfangen hat, wenn wir unter der Last zusammengebrochen sind.

Manchmal ist es schwieriger, an einer Liebe festzuhalten als sie los zu lassen. Und wir alle müssen im Laufe unseres Lebens lernen, dass es manchmal auch die richtige Entscheidung sein kann, von einer Liebe abzulassen.

2014 jedoch war ein Jahr des Festhaltens. Weil so manche Liebe tatsächlich alternativlos ist.

Auch wenn sie manchmal weh tut, uns enttäuscht und alles andere als glücklich macht.

Wer sagt denn, dass eine Liebe immer sanft und zärtlich sein muss?

Vielleicht war das eine der Lektionen, die wir im letzten Jahr am intensivsten noch einmal wiederholt haben:
Die Liebe – und dabei ist es ganz egal, ob es die Liebe zu einem Menschen, einer Utopie oder zu einer Tätigkeit ist – macht nicht einfach so von ganz alleine glücklich. Dafür müssen wir immer auch etwas tun, Energie in sie investieren und nicht selten auch einmal über unseren eigenen Schatten springen (was besonders schwierig ist, wenn dieser sich ständig von den Füßen löst).

Und all das, ohne uns dabei selbst zu verlieren oder gar aufzugeben. Denn im letzten Jahr kam es gar nicht selten vor, dass die Liebe uns mehr Energie abverlangt hat, als wir aus ihr schöpfen konnten. Weil es immer auch zur Liebe gehört, dass nicht alles augenblicklich mit barer Münze zurückgezahlt werden muss. Und nicht selten hat sich dabei im letzten Jahr auch gezeigt, dass ein Fels in der Brandung durchaus vergleichsweise klein und ziemlich schmal sein kann.

Wo Liebe ist, da ist immer auch Hoffnung. Und wo Hoffnung ist, ist auch immer Mut.

Und wir haben im letzten Jahr viele gute Vorbilder erlebt, die den Mut und die Hoffnung noch nicht verloren hatten und für das kämpften, was sie lieben. Menschen, die uns an ihrer Energie haben teilhaben lassen.

2015 stehen uns wieder viele neue Menschen bevor, die wir noch kennenlernen werden. Manche davon werden uns Kraft geben, anderen können wir diese geben. Und gemeinsam werden wir 2015 nutzen, um die Welt wieder unserer Utopie von einer l(i)ebenswerten Welt ein kleines Stückchen näher zu bringen.

Und ja, wir hatten uns das in mancher Hinsicht wirklich einfacher vorgestellt. Aber aufgeben ist nicht!

Denn vieles haben wir uns nicht nur einfacher, sondern auch weniger schön vorgestellt.

Probleme mit anderen zusammen zu lösen, gemeinsam Krisen zu überstehen, aufzufangen und aufgefangen zu werden – das kann eine Intensität entwickeln, die alle Erfahrungen übertrifft. Die Hand zu reichen und den Druck zu spüren, wenn diese angenommen wird…

Wir brauchen alle mindestens einen Ort, an dem wir uns sicher und zu Hause fühlen. Dies kann immer nur ein Ort sein, an dem sich Menschen mit liebevollen Respekt gegenübertreten. Wir brauchen Menschen, auf deren Rückhalt wir vertrauen können – selbst wenn alles schief geht. Wir brauchen Menschen, die uns lieben. Ohne Bedingungen zu stellen oder eine Gegenleistung zu verlangen.

Was wir uns für’s neue Jahr vornehmen?
2015 soll ein Jahr werden, in dem wir unseren Blick wieder mehr auf das lenken, was wir lieben.
Wir wollen wieder mehr Teil des Lebens jener Menschen sein, die uns am Herzen liegen, statt nur an ihren Projekten teilzunehmen.
Wir wollen und werden weiterhin für unsere Ziele und Utopien eintreten.

Der eine will mehr Gelassenheit, die andere wird auch weiterhin stur an ihrer vermeintlichen Naivität und ihrem unerschütterlichen Glauben an das Gute in allen Menschen festhalten.

2015 wird ein Jahr werden, in dem die Welt wieder ein kleines bisschen wundervoller werden wird. Und sollte ich mich da irren, lag es ganz bestimmt nicht an uns!

2015 wird ein Jahr werden, in dem alle wieder die Möglichkeit haben werden, die Welt ein klein wenig zu retten. Nutzt sie!
Wer, wenn nicht wir?! Wo, wenn nicht hier?! Wann, wenn nicht jetzt?!

Und wie – wenn ohne Liebe…?!

Liebe – Smaak ich. Jedes Jahr auf’s neue.

Posted in Wort des Monats | Tagged , |

Das Wort des Monats November
avatar

Unser Wort des Monats im November 2014 lautet:

improvisieren

Verb, Infinitiv.

Nicht neu entdeckt, aber im November eine häufig ausgeübte Tätigkeit.

Wer improvisieren muss, hat häufig einen Plan gehabt. Nicht selten sogar einen guten… Ist dieser nun nicht umsetzbar, wird es nötig zu improvisieren (vorausgesetzt es gibt keinen Alternativplan bzw. dieser ist auch nicht umsetzbar).

Häufig kann ein Plan aus Gründen nicht realisiert werden, auf den der oder die Beteiligten keinen Einfluss haben. Dabei kann es sich je nach Planung um die unterschiedlichsten Hindernisse handeln. Streikende Lokführer bei wichtigen Terminen oder auch Bombenentschärfungen an Geburtstagen können hier nur als mögliche Beispiele genannt werden.

Nicht selten gilt aber auch “selbst schuld”, wenn ein Plan eben nicht funktioniert.
So kann auch fehlende Struktur dazu führen, dass selbst dann improvisiert werden muss, wenn dies nicht eingeplant war.
Doch auch ein zu hohes Ausmaß an Struktur kann dazu führen, dass vermehrt improvisiert werden muss, da nicht selten bereits ein kleines Hindernis die gesamte Planung hinfällig macht.

In letzteren Fälle kann es oft nur Sinn und Zweck des improvisierens sein, Schadensbegrenzung zu betreiben, speziell wenn keine Bereitschaft besteht, den ursprünglichen Plan tatsächlich fallen zu lassen.

Nicht selten kann es aber auch zu unerwarteten Abenteuern und Erlebnissen führen, wenn es nötig wird zu improvisieren. Smaak ich!

Posted in Wort des Monats | Tagged |

Das Wort des Monats Oktober
avatar

Unser Wort des Monats im Oktober 2014 lautet:

Tradition

Das könnt Ihr hier ganz traditionell nachlesen…

Hier der komplette Beitrag ->

Posted in Wort des Monats | Tagged , |

Das Wort des Monats September
avatar

Unser Wort des Monats im September 2014 lautet:

gleich

Das wurde außerdem auch gleich geschrieben…

Hier der komplette Beitrag ->

Posted in Wort des Monats | Tagged , |

Kurs auf – ja, was eigentlich..?
avatar

Kann mir mal jemand sagen, wohin wir eigentlich unterwegs sind?

Hier der komplette Beitrag ->

Posted in Pirat-ich |

Das Wort des Monats August
avatar

Unser Wort des Monats im August 2014 lautet:

Eruption

Substantiv, die.

Eine ziemlich explosive Sache…
Hier der komplette Beitrag ->

Posted in Wort des Monats |

Das Wort des Monats Juli
avatar

Unser Wort des Monats im Juli 2014 lautet:

aufräumen

Als wenn man sonst nix zu tun hätte…

Hier der komplette Beitrag ->

Posted in Wort des Monats | Tagged , |

Das Wort des Monats Juni
avatar

Unser Wort des Monats im Juni 2014 lautet:

Ernte

Das war halt erst heute reif.

Hier der komplette Beitrag ->

Posted in Wort des Monats | Tagged , |